Ein eingespieltes Team: Flötenorchester beeindruckt Publikum in Eimer Kirche
Text + Fotos: Katja Hormann
Gut gefüllt war die St. Jakubs-Kirche, nur wenige Plätze waren frei. Um 15 Uhr sollte es losgehen, das Konzert des Flötenorchesters des Kreismusikverbands Hildesheim und des Musikverbands der Region Hannover. Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters haben einige Minuten zuvor bereits ihre Plätze eingenommen – rund 35 musikbegeisterte Menschen mit Querflöten unterschiedlicher Größe, Stabspielen, Keyboard und reichlich Percussion. Mit Applaus begrüßten die Anwesenden Dirigent Christian Aschenbrenner, der an sein Dirigentenpult schritt. Alle Augen waren auf ihn gerichtet – das Konzert konnte beginnen.
Mit „Fanfare and Triumph“ begann das Orchester sein Konzert – ein Stück, das schon im Original für Blasorchester den Flöten einen prominenten Platz einräumt und damit bestens geeignet ist für das Konzert eines Flötenorchesters. Flötenklänge hört man in Eime übrigens öfter, gehört der Ortsfeuerwehr ja ebenfalls ein Spielmannszug und Flötenorchester an. Der Klangkörper mit Musizierenden aus Bad Lippspringe, Bad Salzdetfurth, Eime, Gehrden, Hankensbüttel, Kirchlinteln, Lauenstein, Nordstemmen, Springe und Wahrenholz war aber zum ersten Mal im Flecken zu Gast. Mit seinem 90-minütigen Konzert begeisterte das Flötenorchester nicht nur Menschen aus Eime, sondern auch viel fachkundiges Publikum aus dem Landkreis – das Konzert hatte sich herumgesprochen.
Ein gutes Musikprogramm schafft Ohrwürmer. Potenzial dazu hatten gleich mehrere der Konzertstücke, ob Märsche wie „Maiestas Avium“ und der „Florentiner Marsch“, Musik aus dem „König der Löwen“ und „Rapunzel“ oder Stücke aus anderen Bereichen der Blasmusik. Balladen-Fans freuten sich sicherlich insbesondere über Songs aus „Die Schöne und das Biest“ und dem Musical „Elisabeth.“ Fans von Blasmusik begeisterte das Flötenorchester mit dem „Concerto d’Amore“ mit seinem opulent-barocken Klang, rhythmischen Rafinessen und einigen lieblichen Passagen – eben ein typischer De Haan, wie man in Blasmusik-Kreisen sagen würde. Dass das Flötenorchester auch im Hintergrund glänzen und begleiten kann, zeigte es bei „Auld Lang Syne“, „Everytime we touch“ und „La Le Lu“, bei dem Kathrina Grichel und Nikolas Hoffmann sangen. Zweitgenannter führte zudem mit Ines Hollwedel moderierend durch den Nachmittag.
Wer im Publikum weiter vorne saß oder ein besonders gutes Gehör hatte, vernahm hier und dort leise Windgeräusche. Die kamen nicht etwa von undichten Fenstern, sondern von den Flötistinnen und Flötisten, die in der doch recht kalten Kirche versuchten, ihre Instrumente mit Atemluft warmzuhalten. Spielen viele Instrumente auf der gleichen Tonhöhe, kann sich das negativ auf die Intonation auswirken. Umgebungsluft, die Instrumente erkalten lässt, kann diesen Effekt verstärken. Beim Konzert des Flötenorchesters nahm das Publikum trotzdem nur wenig Schwebungen war. Die Flötistinnen und Flötisten hatten sich im Vorfeld gut aufeinander eingestimmten und sind bereits jetzt, im sechsten Jahr seit der Gründung, ein wortwörtlich eingespieltes Team.
Keines der Stücke ließ einen Gedanken an einen Spielmannszug aufkommen, auch wenn sich die Besetzung mit Flöten und Schlagwerk ähnelt. Ein Flötenorchester unterscheidet sich klanglich eben doch sehr von einem Spielmannszug, gerade in Bezug auf die Stückauswahl. Die überzeugte in diesem Fall besonders durch ihre Arrangements, was gar nicht selbstverständlich ist, da die wenigstens Musikstücke im Original für Flötenorchester komponiert werden. In der Regel müssen sie auf die Besetzung angepasst werden, für jedes der Original-Instrumente muss im Arrangement ein Pendant gefunden werden. Diese Arrangements bieten Flötistinnen und Flötisten die Möglichkeit, bei bekannten Stücken auch mal andere Stimmen zu spielen als zum Beispiel im heimischen Musikverein.
Wer eine neue Herausforderung sucht und gerne im Flötenorchester des Kreismusikverbands Hildesheim und des Musikverbands der Region Hannover mitspielen möchte, kann sich auf der Webseite des Kreismusikverbands Hildesheim über das Orchester informieren. Dort finden sich auch Anmelde- und Kontaktmöglichkeiten. Und weil nach dem Konzert stets auch vor dem Konzert ist, gehen die Proben bald schon weiter: Vom 17. bis 19. April probt das Flötenorchester in der Turner-Musik-Akademie Altgandersheim und bereitet sich dort auf weitere spannende Konzerte vor. Neue Mitspielerinnen oder Mitspieler sind jederzeit willkommen.